- Stabilität in der Transformation
- Künstliche Intelligenz im Aufwind
- Harmonisierte Daten als Basis
Walldorf / Zürich, 16.09.2025 – Viele Unternehmen und Organisationen müssen die kontinuierlichen Veränderungen in einem immer komplexeren, dynamischeren und von Unsicherheiten geprägten Umfeld mit ihren eigenen Bedürfnissen in Einklang bringen. Dabei spielt auch der Umgang mit SAP eine entscheidende Rolle. Der Software-Hersteller richtet sich konsequent neu aus und hat mit der neuen Business Suite ein ganzheitliches Zielbild für zukünftige SAP- bzw. IT-Architekturen in der Cloud vorgegeben. Eine solche Transformation erfordert die Balance zwischen Stabilität und Schnelligkeit. Wichtig ist, zu prüfen, wo noch Ballast mit in die Cloud geschleppt wird und wie ein gezielter Clean-Core-Ansatz neue Ressourcen freisetzen kann. Diese Themen nimmt die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) beim DSAG-Jahreskongress vom 16. bis 18. September 2025 in Bremen unter dem Motto «The Art of Balance. Alles eine Frage der Ballons?» in den Fokus.
Aus Sicht der DSAG ist die Cloud der richtige Weg, doch er ist anspruchsvoll. Viele DSAG-Mitglieder sehen laut des aktuellen DSAG-Investitionsreports grosses Potenzial, brauchen aber eine nachhaltige Strategie, die Stabilität und Fortschritt vereint. Die Reise in die «neue» SAP-Cloud-Welt beginnt für viele Unternehmen und Organisationen noch mit SAP ECC bzw. der «alten» Business Suite – zum Teil auch mit S/4HANA On-Premises. Unter Cloud ERP ist aus Sicht der DSAG sowohl die Private Cloud als auch die Public Cloud gleichberechtigt zu verstehen. Dabei sollte auch der Weg in die Private Cloud für einen Clean-Core-Ansatz genutzt werden. «Damit die Cloud-Transformation gelingt, braucht es eine konsistente und harmonisierte Architektur, einheitliche Betriebsmodelle, klare Migrationspfade sowie transparente Lizenz- und Rabattmodelle, die sich nach oben und unten skalieren lassen», so Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender.
SAP geht hier in die Verantwortung, mit dem Versprechen geringerer Transformationskosten, einem schneller spürbaren Mehrwert, mehr Agilität und kontinuierlichen Innovationen. Aber damit die Unternehmen diesen Weg auch wirklich gehen, muss klarer werden, warum sich der Umstieg in die «neue» SAP-Welt lohnt. Planungssicherheit ist hier ein ganz zentrales Stichwort.
Cloud-Transformation: Zwischen Stabilität und Innovationsdruck
Mit der neuen SAP Business Suite gibt es jetzt ein ganzheitliches Zielbild für künftige IT-Architekturen in der Cloud. Damit sie ihr volles Potenzial entfalten kann, müssen Cloud ERP, Business AI und die Business Data Cloud auf der Business Technology Platform zusammenspielen. Zur Beschleunigung der Cloud-Einführung will SAP künftig vorkonfigurierte Paketlösungen auf Basis der SAP Business Suite anbieten, die direkt in SAP Build integriert sind. Business AI ist als Überbegriff für die Integration von Künstlicher Intelligenz in SAP-Lösungen zu verstehen, entweder direkt integriert oder über den Joule-Copilot, der als Schnittstelle auf sogenannte KI-Agenten zugreift. Die Business Data Cloud wiederum dient als zentrale Datenplattform zur Harmonisierung, Verwaltung und Analyse von SAP- und Non-SAP-Daten. Die Business Technology Platform bildet letztlich das Fundament für die neue SAP-Welt.
Laut aktuellem Investitionsreport 2025 haben immer noch 51 Prozent der Befragten SAP ERP bzw. die «alte» Business Suite im Einsatz. 42 Prozent nutzen S/4HANA-On-Premises, 33 Prozent S/4HANA in der Private Cloud und 13 Prozent in der Public Cloud. Das zeigt: Der Trend in die Cloud setzt sich fort, der Zuspruch für die S/4HANA-Cloud-Strategie wächst. Aber das Tempo von SAP ist nicht für alle Unternehmen realistisch. «Wir als DSAG erwarten Handlungsspielräume – zum Beispiel bei der Gestaltung individueller Roadmaps. Unternehmen brauchen Planungs- und Investitionssicherheit, faire Konditionen sowie transparente Lizenzmodelle und Klarheit über geplante Funktionalitäten», sagt Hungershausen. Zudem führt die Verwendung unterschiedlicher Lizenzmodelle in der SAP Cloud ERP Public und Private Edition zu zusätzlicher Komplexität, insbesondere bei Two-Tier-Szenarien. Hier erwartet die DSAG eine stärkere Annäherung. Deshalb fordert die DSAG ein standardisiertes und offenes Betriebsmodell, das sowohl die Public als auch die Private Cloud umfasst. Dies würde Unternehmen helfen, hybride Szenarien effizient zu betreiben und Investitionsrisiken zu minimieren.
Für die erfolgreiche Umsetzung dieses Zielbildes sind eine konsistente, harmonisierte Architektur sowie einheitliche Betriebsmodelle notwendig. SAP bietet Transformation-Incentives und Migrationspfade an. Aus Sicht der DSAG bedarf es darüber hinaus flexible Lizenz- und Rabattmodelle, die den Wechsel für Kunden attraktiv und einfach machen. Um den Adoptionsprozess zu unterstützen, verweist SAP auf das Zusammenspiel von Tools wie Signavio, LeanIX sowie unterstützende Methodologien.
Hybrid als neues Normal – doch nicht ohne Plan
Die Cloud ist aus Sicht der DSAG die Zukunft. Der Weg dahin ist aber für viele Kunden noch weit, daher wird die nahe Zukunft hybrid sein. Künstliche Intelligenz wird eine immer grössere Rolle spielen, muss und darf aber nicht zwingend an Cloud-Lösungen gebunden sein. Den generellen Adoptionsprozess muss SAP noch stärker unterstützen. Aus DSAG-Sicht sind dafür eine gute Kommunikation, transparente Roadmaps, faire Preis- und Lizenzmodelle sowie offen verfügbare Innovationen notwendig. Letztlich muss sich auch der KI-Einsatz für die Unternehmen «rechnen» – nur dann bietet er einen echten Mehrwert.
Lizenzmodelle und Cloud-Kosten müssen transparenter werden
Auch wenn sich der Umstieg auf die neue SAP-Welt lohnt, sollte SAP aus Sicht der DSAG noch mehr über den Mehrwert der Transformation informieren. «Unternehmen brauchen Klarheit darüber, wie flexibel die neue Business Suite ihre branchenspezifischen und individuellen Anforderungen abbilden kann. Diese gewohnte Flexibilität aus der ‚alten‘ SAP-Welt muss sich auch hier widerspiegeln», so Hungershausen. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass sich die neue Business Suite nahtlos in bestehende Gesamtarchitekturen integrieren bzw. an andere Architekturen anbinden lässt und die Investitionssicherheit gegeben ist.
Künstliche Intelligenz im Zentrum der neuen SAP-Welt
Weder von der neuen Business Suite, noch von der Cloud generell zu trennen, ist das Thema Künstliche Intelligenz. Viele KI-gestützte Funktionen stehen nur in der Cloud zur Verfügung. Der DSAG-Investitionsreport 2025 hat gezeigt, dass 68 Prozent der Befragten KI generell eine hohe und mittlere Relevanz beimessen. Und 48 Prozent sahen einen sehr hohen und hohen potenziellen Nutzen von KI im SAP-Lösungsportfolio. Zudem planen 45 Prozent, bei ihren Investitionen KI sehr stark und stark zu berücksichtigen.
SAP hat bis Ende 2024 über 130 KI-Anwendungsfälle für die Kunden zur Verfügung gestellt und damit mehr als ursprünglich geplant. Auf der SAPPHIRE 2025 kündigte SAP über 400 KI-Anwendungen bis Ende 2025 an – ein starker Indikator für den weiteren Ausbau. «Wir begrüssen grundsätzlich, dass SAP leistungsstarke KI-Funktionen auf der Grundlage grosser Mengen an Geschäftsdaten, die in SAP- und Non-SAP-Systemen gespeichert sind, für die Herausforderungen unserer Zeit zur Verfügung stellt», so Hungershausen.
Aus Sicht der DSAG muss KI auch für On-Premises-Kunden zugänglich sein – unabhängig von bestehenden Cloud-Verträgen. Ebenso wichtig ist die Transparenz darüber, wo KI in SAP-Lösungen eingesetzt wird und auf welchen Daten sie basiert. Auch muss klar kommuniziert werden, wie KI in den bestehenden SAP-Landschaften genutzt werden kann und welche Kosten dabei anfallen.
Security klar auf Platz eins
Da KI-Systeme erwiesenermassen grosse Mengen an Daten verarbeiten, sind hohe Standards für Datenschutz und Datensicherheit ein Muss. Laut Investitionsreport 2025 liegt Security bei den übergreifenden Themen klar auf Platz eins. 92 Prozent der befragten Unternehmen wiesen diesem Thema eine hohe und mittlere Relevanz zu. «Die Business Data Cloud bildet das neue Datenfundament – entscheidend ist aber, wie tragfähig es wirklich ist. Dafür sind verlässliche Data Products, modulare Insight-Apps, eine vollständig nutzbare Plattform auch über Partnerlösungen wie Databricks sowie ein klares und verständliches Lizenzmodell (z. B. zu Capacity Units) notwendig», fasst Hungershausen zusammen.
Cybersecurity meint den Schutz von Netzwerken, Geräten, Anwendungen, Systemen und Daten vor Cyberangriffen. Die Bedrohungslage im Cyberraum entwickelt sich hochdynamisch und ist nicht zuletzt auch aufgrund von KI eine kontinuierliche, komplexe und herausfordernde Aufgabe. Unternehmen und Organisationen müssen sich dringend mit diesem Thema auseinandersetzen. Es gilt, sowohl die Cloud-Infrastruktur als auch KI-Anwendungen vor Angriffen zu schützen – nicht zuletzt, da die Künstliche Intelligenz ja in beide Richtungen wirken kann, also Schaden verhindern, aber auch verursachen. SAP ist sich aus Sicht der DSAG durchaus der Bedeutung von Cybersicherheit bewusst und bescheinigt ihren Sicherheitsmassnahmen in der Cloud die Einhaltung höchster Standards – was die DSAG sehr begrüsst. Sicherheitsanforderungen sollten bereits bei der Entwicklung von Lösungen berücksichtigt werden – Stichwort: Security-by-Design. Und für die Unternehmen gilt: IT-Grundschutz entsprechend etablierter Normen wie ISO 27001 oder NIS2 ist Pflicht.
Die DSAG-Botschaften auf einen Blick
Die Balance zwischen Stabilität und Innovationsdruck bleibt eine kontinuierliche Herausforderung. Dafür gibt es einige zentrale Punkte, die berücksichtigt werden sollten.
- Klare Migrationspfade und konsistente Architekturen für die SAP-Cloud-Transformation
- Faire und transparente Lizenz- und Rabattmodelle – auch für On-Premises-Kunden
- Offene Plattformen (z. B. für Partnerlösungen wie Databricks)
- Handlungsspielräume für individuelle Roadmaps
- KI für alle – unabhängig von Cloud-Verträgen
- Transparenz beim KI-Einsatz: Datenbasis, Szenarien, Kosten
- «Security-by-Design» bei SAP-Entwicklung und IT-Grundschutz gemäss ISO 27001/NIS2
- Bessere Kommunikation zu Innovationen, Investitionssicherheit und langfristiger Produktstrategie
- Einheitliche Governance- und Datenmodelle zur Unterstützung von Compliance und Auditfähigkeit
Wichtig ist dabei, dass sich die Strategie von SAP nicht zu sehr von der Realität bei den Kunden und Anwendern unterscheidet. Im engen Austausch und im kontinuierlichen Dialog werden DSAG und SAP für die notwendige Balance sorgen.
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Über die DSAG
Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) ist einer der einflussreichsten Anwenderverbände der Welt. Über 4’000 Mitgliedsunternehmen und mehr als 70’000 Mitgliedspersonen bilden ein starkes Netzwerk, das sich vom Mittelstand bis zum DAX-Konzern und über alle wirtschaftlichen Branchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) erstreckt. Auf Basis dieser Reichweite gewinnt der Industrieverband fundierte Einblicke in die digitalen Herausforderungen im DACH-Markt. Die DSAG nutzt diesen Wissensvorsprung, um die Interessen der SAP-Anwender zu vertreten und ihren Mitgliedern den Weg in die Digitalisierung zu ebnen.
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