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Münzauktion: 1 Rappen für 8’000 Franken?

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Zürich, 17. Oktober 2022. SINCONA AG, Zürcher Auktionshaus für Numismatik, führt vom 24. bis 27. Oktober 2022 vier Auktionen mit Münzen und Medaillen mit einer Gesamtschätzung von rund 6,35 Mio. CHF durch. Sie erregen weltweit unter Fachleuten Aufmerksamkeit, weil sich darunter einige der seltensten und begehrtesten Münzen befinden. Da der Markt für klassische Numismatik in den vergangenen drei Jahren einen wahren Boom erlebte, steht zu erwarten, dass für einige Stücke neue Rekordpreise erzielt werden.

Die SINCONA-Herbstauktionen umfassen in vier Katalogen über 4’000 Lose. Zu den besonders mit Spannung erwarteten Versteigerungen zählen:

Montag, 24. Oktober 2022, ca. 17.00-18.30 – Ein neuer Rekord für Una and the Lion?
1839 liess die junge Königin Victoria von England eine Goldmünze prägen, die auf der Rückseite eine junge Frau mit Krone, Szepter und Reichsapfel zeigt, die einen mächtigen Löwen führt. Diese Darstellung war doppeldeutig. Das Bild knüpfte an ein Epos aus dem 16. Jahrhundert an, das schildert, wie Una – Inkarnation der Wahrheit und der gläubigen Kirche – selbst die wildesten Tiere bezwang. Betrachter konnten in der jungen Frau aber auch Königin Victoria erkennen, die mit ihrem Szepter dem britischen Löwen sanft den Weg weist.

Diese Goldmünze entwickelte sich zu einer der bekanntesten britischen Münzraritäten und hat in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit von Investoren auf sich gezogen. Schätzte man im Jahr 2014 den Wert solch eines Stückes noch mit 50’000 CHF, wurde allein im Jahr 2020 drei Mal ein neuer Rekord für diesen Münztyp erzielt. Im Januar verkaufte sich ein Stück in den USA für nie dagewesene $690’000, im Mai wurde in Japan eine stempelgleiche Münze für umgerechnet $800’000 verkauft. Im Oktober setzte eine Auktion in Monaco den vorläufigen Endpunkt mit $1’148’000. Seitdem ist der Run auf «Una» wieder etwas zurückgegangen. Ein bei SINCONA am 16. Mai 2022 verkauftes Exemplar wechselte für 400’000 CHF zuzüglich Aufgeld und Mehrwertsteuer den Besitzer. Am 24. Oktober 2022 kann SINCONA nun ein weiteres Stück anbieten, das besser erhalten ist, als die im Mai angebotene Münze. Wird damit der bisherige Preis überboten?

Jürg Richter, Geschäftsführer und Auktionator, SINCONA AG, erläutert: «Vor allem der Markt für überdurchschnittlich erhaltene Goldmünzen hat in den letzten Jahren extreme Wertsteigerungen erlebt. Wir erreichen ganz neue Kundengruppen, etwa Investoren aus Asien und den Vereinigten Staaten. Die Preise, die sie für Spitzenerhaltungen bei grossen und prestigeträchtigen Goldmünzen zu zahlen bereit sind, sind enorm.»

Donnerstag, 27. Oktober 2022, ca. 15.45 – Eine einmalige Goldmünze aus Bern
Um 1681 liess Bern eine mehr als 50 g schwere Goldmünze prägen, die auf der Rückseite ein ungewöhnliches Panorama der Stadt in der Aareschleife zeigt. Deutlich erkennbar ist das Berner Münster mit seinem unvollendeten Turm. Diese Münze ist einzigartig, sie hat den Gegenwert von 15 Dukaten. Damit handelt es sich um ein Nominal, welches für die Berner Münzprägung bisher unbekannt war. Das Stück ist vorsichtig mit 80’000 CHF geschätzt. Da es keine Vergleichsstücke gibt, ist völlig ungewiss, wie hoch diese Münze in der Auktion steigen kann.

Donnerstag, 27. Oktober 2022, ca. 16.30-17.30 – Raritäten aus dem Umlaufgeld: Das Jahr 1896
Werfen Sie einen Blick in Ihr Portemonnaie: Wenn sich darin ein 10 Rappen-Stück aus dem Jahr 1896 befindet, sind Sie auf einen Schlag um einiges reicher. Denn mit Ausnahme des 20 Rappen-Stücks gehören alle Nominale, die in diesem Jahr entstanden, zu den grossen Raritäten der Schweizer Bundesmünzen.

SINCONA kann gleich vier Raritäten aus diesem Jahr anbieten: 2 Franken (Schätzung: 35’000 CHF), 1 Franken (Schätzung: 25’000 CHF), 10 Rappen (Schätzung: 10’000 CHF) und 1 Rappen (Schätzung: 8’000 CHF).

Es gibt einen guten Grund, warum Münzen mit dieser Jahreszahl so selten sind, und der hat damit zu tun, dass die Schweiz seit dem 23. Dezember 1865 Teil der Lateinischen Münzunion war. Dieses Währungsbündnis besagte, dass in der Schweiz auch Münzen der anderen Mitglieder der Lateinischen Währungsunion kursieren durften. Italien nutzte diese Regelung, um mit billig produziertem Kleingeld die Schweiz zu überschwemmen. Dagegen protestierten Schweizer Politiker. Sie erreichten, dass das in der Schweiz zwischen dem 20. April 1893 und dem 24. März 1894 eingesammelte italienische Kleingeld zum Nominalwert von Italien zurückgenommen wurde. Diese Münzen mussten aber ersetzt werden, weswegen das Schweizer Finanzdepartement in den Jahren 1893 und 1894 eine umfangreiche Prägung von Kleingeld initiierte, die zum Teil sogar in Paris ausgeführt werden musste, weil die Eidgenössische Münzstätte nicht in der Lage war, die Münzen rechtzeitig zu liefern.

Weil in den Vorjahren so viel Kleingeld produziert worden war, dass der Bedarf als gedeckt galt, prägte man – unter anderem während der Landesausstellung in Genf – einige Nominale nur als Sammlerausgaben mit der Jahreszahl 1896. Diese Stücke gehören heute zu den grossen Raritäten der Schweizer Bundesmünzen.

Von den 10 und 5 Rappen aus dem Jahr 1896 wurden nur je 16 Stück geprägt, von den 1 Rappen 36 Exemplare.

SINCONA-Experte Ruedi Kunzmann gibt Einblick in seine Arbeit: «Als Mitautor des wichtigsten Preiskatalogs für Schweizer Münzen muss ich mir immer wieder überlegen, wie ich Münzen bewerte, die kaum auf dem Markt auftauchen. Dazu gehören die vier Stücke aus dem Jahr 1896, die wir jetzt in unserer Auktion anbieten können. Sie alle sind perfekt erhalten und so habe ich als Schätzung das angenommen, was wir 2011 im HMZ-Katalog angegeben haben. Seitdem sind die Preise gewaltig gestiegen, und ich bin sehr neugierig, was diese Münzen jetzt bringen werden. Generell sind die Preise für alle seltenen und gut erhaltenen Bundesmünzen gestiegen, und wir überlegen uns, ob wir nicht bald eine Neuausgabe des Katalogs mit aktualisierten Preisen publizieren sollten.»

Die SINCONA Auktionen 78–81, welche vom 24. bis 27. Oktober 2022 in Zürich stattfinden, sind auf der Auktionsplattform (inklusive Videobesichtigung ausgewählter Stücke) einsehbar.

 

Über SINCONA
SINCONA steht für SINCONA Swiss International Coin Auction AG. Das international renommierte Auktionshaus für Numismatik hat seinen Sitz in Zürich und führt zweimal jährlich weltweit beachtete Auktionen im Premiumbereich durch. Spezialisiert ist SINCONA auf Münzen, Medaillen, Banknoten, Orden und Ehrenzeichen.

Zur SINCONA-Gruppe gehören neben der SINCONA AG die SINCONA TRADING AG, ein ebenfalls in Zürich ansässige Handelshaus für Anlagegold und weitere Edelmetalle, die Frankfurter Münzhandlung Nachf. GmbH, deren Fokus auf dem EU-Markt liegt, sowie als Beteiligung die Münzen Gut-Lynt GmbH, spezialisiert auf Onlineauktionen. Damit bietet SINCONA unter einem Dach die jeweils optimale Lösung für Erwerb und Verkauf von numismatischen Objekten.

Die Experten der SINCONA-Gruppe sind ausgewiesene Spezialisten für alle Bereiche der Numismatik und Anlageedelmetalle. Der persönliche Kontakt und die bestmögliche Beratung der SammlerInnen und KundInnen sind bei SINCONA eine Selbstverständlichkeit. SINCONAs weltumspannendes Netzwerk bietet optimale Möglichkeiten zur Erweiterung oder Vermarktung von Sammlungen.

SINCONA ist Mitglied der International Association of Professional Numismatists (IAPN) und des Verbandes Schweizer Berufsnumismatiker (VSBN).

Jürg Richter, Geschäftsführer und Inhaber der SINCONA-Gruppe, ist Vorstandsmitglied des VSBN. Arne Kirsch, Geschäftsführer der SINCONA Deutschland GmbH, der Frankfurter Münzhandlung Nachf. GmbH und der Münzen Gut-Lynt GmbH, ist nach einer Amtsdauer von fast zehn Jahren als Präsident der IAPN nunmehr deren Ehrenpräsident.

Michael Hardmeier, Geschäftsführer der SINCONA TRADING AG sowie der Frankfurter Münzhandlung Nachf. GmbH ist amtierender Schatzmeister der IAPN.

Weitere Informationen unter: https://www.sincona.com/
und https://www.linkedin.com/company/sincona/

Medienkontakt:
Sylvana Zimmermann
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